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Eine
der wenigen Städte Burmas mit größeren Touristenzahlen
ist Bagan, die alte Königsstadt am mächtigen Ayayarwady-Fluss,
der auch Irryawaddy heißt. Bagan ist berühmt für seine
riesige Zahl von Sakralbauten, darunter kleine, teilweise verfallene Stupas,
aber auch mächtige Pagoden wie der Ananda-Tempel. Mehr als 1200 sollen
es sein. Im 12. Jahrhundert, der Blütezeit Bagans, waren es zehn
mal so viele.
Das gesamte Tempelareal, so schreiben Markand u. a. im Stefan-Loose Reiseführer
Myanmar, stelle neben Angkor in Kambodscha und Borobodur in Indonesien
„die architektonische Meisterleistung in Südostasien
dar“.
Am Fluss und in der Nähe der ausgedehnten Pagodenfelder wurden mehrere
Hotels erbaut, ansehnlich, komfortabel und nicht ganz billig. Weil dem
Militärregime die Nachbarschaft von Häusern
und Hütten der Einheimischen unpassend erschien, wurden die Bewohner
von Alt-Bagan kurzerhand umgesiedelt und ihre Behausungen abgerissen.
Wer heute das lebhafte Treiben des örtlichen Marktes kennen lernen
möchte, mietet ein Fahrrad oder lässt sich mit einem Pferdekarren
ins fünf Kilometer entfernte Nyaung-U bringen, vorbei an der imposanten
Shwezigon-Pagoge. Hier pulsiert das weitgehend originale kleinstädtische
Marktgeschehen.
Der
Markt in Nyaung-U liegt in einem abgegrenzten Areal im Zentrum. Was dort
an Ständen und in kleinen Läden zum Verkauf steht, vor allem
Lebensmittel aller Art, aber auch viele kleine Dinge des täglichen
Bedarfs, richtet sich vor allem an die Einheimischen. Mit den steigenden
Touristenzahlen aber verändern sich Angebot und die Anbieter. Neben
Alltagsbekleidung, die praktischerweise gleich an Ort und Stelle unter
einem Sonnendach genäht wird, finden sich vor allem feinere
Longys, Silberschmuck und kunstvolle Lackarbeiten.
Dass die Verkäuferinnen in ihrer traditionellen Bekleidung, mit
dicker Tanaka-Paste im Gesicht und oft die dicken burmesischen Zigarren
paffend, ein begehrtes exotisches Fotomotiv darstellen, hat sich längst
herumgesprochen und wird hier und da vermarktet: Wer die Kamera zückt,
wird freundlich darauf hingewiesen, dass für ein Foto ein „Plesent“
erwartet wird, ein Geschenk also, vorzugsweise in Form eines kleinen Geldbetrages.
Das schmerzt keinen wohlhabenden Fremden, hebt sich allerdings etwas befremdlich
von der liebenswürdigen Unbefangenheit der Marktmenschen an anderen
Orten ab.
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