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Salz unterscheidet sich vor allem nach Herkunft und Beschaffenheit. Die
preiswertesten Sorten entstammen dem Salzbergbau. Einige der Bergwerke
mit ihren glitzernden weißen, äußerst beeindruckenden
Kavernen sind heute zu besichtigen.
Salz aus Meerwasser hat vermutlich die längste Tradition. Rund um
das Mittelmeer sowie in der Bretagne wurde schon vor Jahrtausenden Salz
gewonnen. Berühmt sind die Salzgärten der Guérande nahe
der Loire-Mündung, wo Meerwasser nach einem ausgeklügelten System
in Becken geleitet wird und dort
allmählich verdunstet. Übersteigt der Salzgehalt 250 Gramm pro
Liter Meerwasser, setzen sich an der Oberfläche erste Salzkristalle
ab. Sie werden Fleur de sel (Blume des Salzes) genannt und sind
das kostbarste Speisesalz.
Wo es weder Meerwasser noch unterirdisch abbaubare Salzvorkommen gab,
erfolgte die Salzgewinnung durch Salinen. Im Zentrum der Saline befindet
sich das überdachte „Gradierwerk“. Die Bezeichnung verweist
auf seine Funktion: Es soll den Grad des Salzgehaltes durch Verdunsten
erhöhen. Dazu leitete man das Wasser über eine lange, schmale,
hoch aufgetürmte Schicht von Reisig. Dessen große Oberfläche
beschleunigt die Verdunstung der heruntertropfenden Sole, und am Reisig
setzen sich Salzkristalle fest.
Wo liegt der Himalaya?
Eine modische Salz-Variante ist „Himalaya-Salz“, erhältlich
in dicken Brocken oder fein gemahlen. Dieses Salz schimmert rosafarben.
Vor allem Reformhäuser und Bioläden haben das sehr teure Produkt
in ihr Sortiment aufgenommen. Manchen gilt es als Jungbrunnen und Heilmittel
gegen fast jede Zivilisationskrankheit. Was ist dran? Der „eed“
ist der Sache nachgegangen und kommt zu dem Ergebnis, es handele sich
um nicht mehr als um eine „Esoterik-Abzocke“. In Nummer 30
der Internet-Mitteilungen „TourismWatch“ (Informa-tionsdienst
Dritte Welt Tourismus) heißt es:
„Es ist unfasslich, was für ein Schindluder mit dem vermeintlichen
'Himalaya-Salz' betrieben wird. Das Steinsalz stammt aus der zweitgrößten
Salzmine der Welt in Pakistan und hat nichts mit dem Himalaya oder Tibet
zu tun. Zur Klarstellung: Im Himalaya selbst gibt es von einer handvoll
kleiner Salzseen abgesehen überhaupt kein Salz, Minen erst gar nicht.
Alles Salz, das über den Himalaya auf Karawanen transportiert wird,
stammt von Salzseen aus Tibet, genau, von der tibetischen Hochebene, die
sich jenseits des Himalaya erstreckt.“ (www.tourism-watch.de)
In Nummer 28 von TourismWatch findet sich ein ausführlicher Artikel.
Auch die Zeitschriften "Öko-Test" (6) und "Test/Stiftung
Warentest" (7) sprachen dem Himalaya-Salz jede besondere Wirkung
ab. Es handele sich um "üble Geschäftemacherei" und
um eine Irreführung des Verbrauchers.
Soviel zum Himalaya-Salz. Bleiben wir lieber im Lande in nähren
uns redlich.
Hygroskopisch? Macht nichts.
Die Herstellungsform bestimmt die Form der Salzkristalle: Bergmännisch
erzeugtes Salz kommt üblicherweise fein vermahlen in den Handel,
Salinensalz
gibt es fein und mittelfein, Meersalz hingegen variiert zwischen fein
und sehr grob. Glücklicherweise kommt Meersalz meistens noch naturbelassen
in den Handel. Das hat aber nicht nur Vorteile, denn Salz ist hygroskopisch,
zieht also Wasser an. Deshalb ist das grobkörnige graue Meersalz
immer etwas feucht, aber daran sollte man sich keinesfalls stören.
Für den Salzstreuer ist es ohnehin nicht geeignet. Das feine, immer
rieselfähige Tafelsalz dagegen wird mit Konfektionierungsmitteln
behandelt, so dass die Feuchtigkeit keine Chance mehr hat. Muss man das
haben?
Klar, dass der jeweilige Aufwand der Salzgewinnung auch den Preis bestimmt:
Massenhaft abgebautes Kochsalz aus Bergwerken ist so billig, dass es –
ungenießbar gemacht – im Winter auch als Streusalz verwendet
wird. Das andere Extrem: Für ein Kilo Fleur de sel bezahlt
man 20 Euro oder mehr.
Meersalz ist mehr Salz
Salz
ist nicht gleich Salz: Meersalz beispielsweise enthält keineswegs
nur Natriumchlorid, sondern eine Menge lebenswichtiger Mineralien und
Spurenelemente. Kein Wunder, dass Meersalz auch besser schmeckt. Durch
Algen ist besonders Fleur de sel manchmal leicht rosa verfärbt.
Dieses edle Salz ist immer grob kristallin und längst nicht so „salzig“
wie übliches Salz. Das liegt daran, dass es eben nicht nur reines
Natriumclorid, sondern auch andere Mineralien enthält. Es wird hauptsächlich
zum Würzen fertiger Speisen, seltener zum Kochen verwendet. Hohe
Temperaturen würden die feinen Inhaltsstoffe zerstören, insbesondere
Jod geht beim Kochen weitgehend verloren.
Nicht nur ein Thema für den Sittich: Jod
Und damit sind wir beim Thema Jod: Es ist unerlässlich für
die reibungslose Funktion der Schilddrüse, hilft
beim Stoffwechsel von Fetten und Proteinen und stimuliert den Kreislauf.
Weil Deutschland als Jodmangelgebiet gilt, wird ohne Kennzeichnungspflicht
in vielen Lebensmitteln Jodsalz verwendet.
Wer regelmäßig Fisch oder anderes Meeresgetier zu sich nimmt
und zudem ausschließlich Meersalz verwendet, ist unabhängig
von zusätzlicher Jodzufuhr. Sicherheitshalber lässt sich der
Salzstreuer für das Frühstücksei und zum Nachsalzen bei
Tisch mit jodiertem Meersalz füllen. Im Kochtopf ist jodiertes Salz
dagegen sinnlos. Dafür bietet sich das graue, grobkörnige Meersalz
der Guérande an, ein nützliches und sehr preiswertes Mitbringsel
vom nächsten Frankreichbesuch. Hierzulande wird dieses Salz vorwiegend
in Naturkostläden gehandelt, leider nicht ganz so preiswert.
Macht Salz krank?
Immer wieder geistern Gerüchte über Schädlichkeit des
Salzverzehrs durch die Medien, etwa im Zusammenhang mit Bluthochdruck.
Schlüssig nachgewiesen konnte ein direkter Zusammenhang bisher allerdings
nicht. Wer auch hier sicher gehen will, vermeidet industriell hergestellte
Nahrungsmittel mit versteckten hohen Salzbeigaben. Lieber selber kochen
und dabei weise Zurückhaltung bei der Salzverwendung pflegen. Nachsalzen
kann man auch noch auf dem Teller. Und für den Geschmack sind kreativ
und großzügig verwendete Kräuter- und Gewürzbeigaben
ohnehin besser, weil gesünder und vielseitiger.
Ganz ohne Salz geht es natürlich nicht, das Essen schmeckt fade,
und auch der Gesundheit wäre es hochgradig abträglich. Salz
ist nämlich wichtig für den Elektrolythaushalt unseres Körpers,
d.h. es bindet das Wasser. Ohne dieses Wasser würden wir alle ziemlich
eingetrocknet und zerknittert aussehen, von anderen gesundheitlichen Problemen
ganz zu schweigen.
Deshalb trinken die Sportler Elektrolytdrinks, deshalb lecken die Tiere
am Salzstein. Und genau deshalb haben wir nach einer Nacht mit zuviel
Alkohol, der uns nicht nur den Verstand, sondern auch das Wasser samt
Mineralsalzen raubt, das Bedürfnis nach einer salzigen Brühe
oder nach einem Rollmops mit Salzgurke. Ersatzweise tut es auch ein gut
gesalzenes Frühstücksei.
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