| Die
klassische Pfefferminze (Mentha x piperita var. piperita), Heilpflanze
des Jahres 2004, ist eine relativ junge Pflanze. Erstmals wurde
sie 1696 von dem englischen Biologen Ray (Raius) beschrieben. Er berichtet,
ein Dr. Eaton aus Hertford habe diese Kulturform als einen Bastard von
Mentha spicata gefunden.
Pfefferminze zeichnet sich durch ihren hohen Gehalt an Menthol aus. Menthol
wirkt kühlend, antiseptisch, krampflösend, schmerzlindernd und
durchblutungsfördernd. Charakteristisch ist ihr reiner und erfrischender
Duft und der kühle, gleichzeitig etwas brennende Geschmack.
Bereits das Riechen an den gequetschten Blättern wirkt sich günstig
auf den menschlichen Organismus aus, beruhigt und öffnet verstopfte
Atemwege. Erkältungskrankheiten und Kopfschmerzen, vor allem Spannungskopfschmerz
und sogar Migräne, werden durch Pfefferminze gelindert. Aufgelegt
mildern Minzeblätter den Juckreiz nach Insektenstichen. Pfefferminze
ist nicht unbedingt ein guter Badezusatz, da das Wasser kühl wirkt,
aber für ein sehr erfrischendes Fußbad ist sie empfehlenswert.
Kalter Pfefferminztee eignet sich sehr gut für kühlende, fiebersenkende
Umschläge. Pfefferminze steht auch im Ruf, die Folgen von zu viel
Alkohol zu beseitigen. Zu diesem Zweck setzte man sich früher einen
Minzekranz auf den Kopf.
Heute
kennen wir die Pfefferminze vor allem als krampflösenden Tee bei
Magen-, Darm- und Menstruationsbeschwerden. Pfefferminze fördert
die Gallenproduktion, wirkt verdauungsfördernd und appetitanregend.
Auch Übelkeit, Brechreiz, Blähungen und Durchfall lassen sich
mit Pfefferminz-Tee wirksam bekämpfen. Bei Erkältungskrankheiten,
aber auch bei fettiger und unreiner Haut haben sich Dampfbäder mit
Pfefferminze bewährt.
Achtung: Der hohe Gehalt an scharfem Menthol schlägt
bei Dauergebrauch auf den Magen. Pfefferminzen sind deshalb in Maßen
zu genießen und nicht für Kleinkinder
geeignet. Wer homöopathische Mittel anwendet, sollte auf Pfefferminze
in jedweder Form, auch als Bestandteil von Zahncreme, besser verzichten.
Breite
Anwendung findet das ätherische Pfefferminzöl. Daneben wird
auch häufig das Minzöl verwendet, das von der Japanischen Minze
(Mentha arvensis var. haplocalyx) stammt. Wie Pfefferminzöl
gilt das Japanische Minzöl als hilfreich bei Erkältungen, Unwohlsein,
Kopfschmerzen, Reisekrankheit, Verdauungsstörungen, nervöse
Unruhe und Übelkeit und bei neuralgischen Schmerzen. Das ätherische
Öl kann zum Einreiben oder Inhalieren verwendet werden.
Japanische Minze wird in großem Stil zur Gewinnung von Menthol
angebaut, das bei vielen Kosmetikerzeugnissen und Nahrungs- und Genussmitteln
sowie bei Likören und sogar für Menthol-Zigaretten Anwendung
findet. Letzteres ist jedoch sehr fragwürdig, weil die Zigarettenindustrie
mit Menthol-Zusätzen jungen Leuten den Einstieg in eine Raucherkarriere
erleichtert.
Mentholkristalle kann man in der Apotheke kaufen. Zusammen mit etwas
Lavendelöl in Alkohol aufgelöst und in einen kleinen Rollstift
gefüllt, sind sie ein außerordentlich effektives, juckreizstillendes
Mittel bei Mückenstichen. Auch für eine kühlende Erfrischung
zwischendurch und bei leichtem Kopfschmerz leistet so ein Stift gute Dienste.
Lesen Sie weiter...
|