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Ingwerknollen,
die glücklicherweise auch hier frisch gehandelt werden, sind die
Wurzelstöcke einer schilfartigen Pflanze. Sie haben einen charakteristisch
scharfen, leicht brennenden und doch aromatischen Geschmack. Ich liebe
Ingwer über alles und könnte ihm ein endloses Loblied singen.
Nahezu alles, was an Positivem über Chili
gesagt wurde, lässt sich auch auf Ingwer übertragen, vor allem,
was seine vorzüglichen gesundheitlichen Wirkungen betrifft. Gemeinsam
mit Chili und Knoblauch
ist Ingwer bei asiatischen Gerichten unverzichtbar. Fast nichts geht ohne
ihn.
Es sollte bedacht werden, dass Ingwer als Naturprodukt eine gewisse Sortenvielfalt
aufweist. Es gibt mehr oder minder geschmacksintensive Varianten, die
allerdings – ähnlich dem Chili – nicht genau gekennzeichnet
sind. Weil auch das Äußere keinen Aufschluss über den
Geschmack gibt, bleibt nichts anderes übrig, als die richtige Menge
durch Ausprobieren herauszufinden.
Wie wird Ingwer in der Küche verwendet? Seine Einsatzgebiete gleichen
für mich denen von Chili und Knoblauch, da ich diese drei sehr oft
gemeinsam verwende. Vorzugsweise wird natürlich frischer Ingwer verwendet.
Es gibt wenige Gelegenheiten, wo
auch der intensive, scharf prickelnde Geschmack des getrockneten Ingwers
gut passt, z.B. bei Buttermischungen oder falls man Frischkäse anrichtet.
Getrockneter ganzer Ingwer ist allerdings ziemlich selten zu haben. Ingwerpulver
hingegen ist nicht empfehlenswert.
Sollte ab und an ganz frischer, junger, weißer Ingwer zu haben
sein, so kann man den in dünne Scheibchen hobeln und mit einer heißen
Lösung aus Weißweinessig, Zucker und etwas Salz süßsauer
einlegen. Solche Ingwerpickles sind besonders in Japan sehr beliebt.
Prall und seidig glänzend
Frischen Ingwer hebt man am besten im Gemüsefach des Kühlschranks
auf. Beim Einkauf bitte darauf achten, dass er noch ganz prall ist und
seidig glänzt. Eingetrockneter Ingwer wird ziemlich hart und strohig.
Vor allem bei asiatischen pfannengerührten Gerichten ist sehr fein
geschnittener Ingwer zu verwenden. Aber auch viele andere Gerichte, zum
Beispiel Suppen, lassen sich mit Ingwer verfeinern, entweder in dünnen
Scheibchen oder auch in größeren Stücken, die nicht unbedingt
mitgegessen werden müssen. Dürfen darf man aber schon.
Der kandierte oder in Zuckersirup eingelegte Ingwer ist meistens viel
zu süß und kann deshalb nur als Notbehelf gelten. Allerdings
kann man in Zuckersirup eingelegten Ingwer in kleine Stücke schneiden,
etwas
abtrocknen und mit flüssiger Bitterschokolade überziehen. Das
ist ein ziemlich leckeres Konfekt. Und wer dann immer noch nicht genug
Ingwer hat, der trinkt dazu ein Ginger-Ale.
Ingwer hat allerdings nicht nur kulinarische Qualitäten, sondern
ist auch von beachtlicher gesundheitlicher Bedeutung: In der traditionellen
chinesischen Heilkunde ist er als Heilmittel gegen Grippe und Erkältung
bekannt. Ein wirklich guter Tipp ist, frischen Ingwer zerkleinert in Honig
einzulegen. Diese Mischung ist gut für Tee und als Bestandteil von
heißer Zitrone, wenn Husten und Erkältung drohen oder –
noch besser – mit Rum in einem steifen Grog, wenn die deutschen
Winterabende mal wieder trist und ungemütlich sind. Schließlich
kann es nichts schaden, einer Erkältung auch prophylaktisch zu begegnen.
Unbedingt ausprobieren! Auch wer diese Mischung nicht herstellt, sollte
in der Erkältungszeit immer frischen Ingwer parat haben. Ganz Unverdrossene
können die Wirkung des Ingwerhonigs noch steigern, wenn sie zusätzlich
zerkleinerten Knoblauch verwenden.
Wirkstoff Gingerol
Wie auch Chili und Knoblauch hat Ingwer eine blutverdünnende Wirkung.
Verantwortlich dafür ist ein Inhaltsstoff mit Namen Gingerol, dessen
chemische Struktur erstaunliche Ähnlichkeiten mit der des Aspirins
zeigt. Doch damit noch nicht genug: Ingwer ist, besonders in gekochter
Form, sehr wirksam gegen Magenverstimmung und Durchfall. Ich bin zum Beispiel
absolut überzeugt davon, dass mein exzessiver Verbrauch an Ingwer
oder Galgant, kombiniert mit Knoblauch und Chili, mir dieses Übel
bei Tropenreisen bisher erspart hat. Ingwer hilft übrigens auch ganz
hervorragend gegen Übelkeit und Reisekrankheit. Auch die käuflichen
Medikamente enthalten meist nichts anderes.
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