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Risotto ist ein ganz eigenständiges Gericht und kann in der klassischen
italienischen Speisenfolge (Antipasti - Pasta - Fleisch oder Fisch) den
Pastagang ersetzen. Manchmal ist Risotto auch die Beilage zu einem Fleischgericht,
z.B. Risotto alla Milanese zu Ossobuco. Wer es weniger
förmlich sieht, kann natürlich auch auf Antipasti und alles
andere verzichten und einfach nur Risotto essen. Dazu passt ein Salat.
Italiener lieben Risotto, heiß und innig sogar.
Ein
gutes Risotto beginnt mit der Reisauswahl. Unbrauchbar ist der körnig-flockige
von dem netten schwarzen Onkel aus der Werbung, verwendet wird vielmehr
Rundkornreis. Risotto soll schließlich sämig und cremig werden.
Gut geeignet sind italienische Sorten wie Arborio, Vialone oder Canaroli.
Die Präferenzen sind da unterschiedlich. Der erste ist der preiswerteste,
Snobs bevorzugen wohl den letzteren. Wer keines der italienischen Originale
im Haus hat, kann zur Not auch ein Produkt verwenden, das bei uns als
Milchreis verkauft wird.
In einem flachen Topf mit einem Boden, der die Wärme gut leitet,
werden in einer Mischung aus Olivenöl und Butter fein gewürfelte
Zwiebeln und Knoblauch angedünstet. Dabei die Hitze bitte nicht zu
groß werden lassen, Zwiebeln und Knoblauch sollen nicht braun werden.
Dazu kommt der Reis und wird schön mitgedünstet. Wenn die Körner
leicht glasig wirken und überall von einem glänzenden Fettfilm
umhüllt sind, wird mit einem Schuss Weißwein abgelöscht.
Natürlich
kann man für einige Risottoarten, z.B. mit Radicchio, auch Rotwein
verwenden. Ebenso selbstverständlich kann man auf den Wein auch ganz
verzichten; das empfiehlt sich sogar, wenn grüne Gemüse wie
z.B. grüner Spargel dazu kommen sollen. Die werden sonst durch die
Säure im Wein ziemlich grau. Wen das allerdings nicht stört,
der verwendet auch hier Weißwein, der macht das Risotto aromatischer.
Nun braucht man heiße Brühe, die man tunlichst schon vorbereitet
hat. Das kann gut eine leichte, selbst zubereitete Gemüsebrühe
sein. Ganz Eilige können hier als Notbehelf die Gemüse-Würzmischung
verwenden, aufgegossen mit heißem Wasser. Aber aufgepasst: Die verwendete
Brühe darf nicht zu salzig werden, denn bei Risotto verdampft viel
Wasser.
Die heiße Brühe wird nach und nach dazugegeben, immer nur
soviel, dass die Flüssigkeit schnell wieder verdampft und alles immer
weiter köchelt. Das muss so lange wiederholt werden, bis der Reis
fast gar ist. Dabei darf man besonders in der letzten Phase nicht weglaufen,
sondern muss geduldig rühren. Das dürfte insgesamt schon eine
halbe Stunde dauern.
Zwischenzeitlich kann man zu einem geschickt gewählten Zeitpunkt
die Zutaten der Wahl dazugeben. Das wird wohl meist Gemüse sein,
aber auch kleine Tintenfische oder Fleisch sind möglich. Geschickt
gewählt sollte der Zeitpunkt hinsichtlich der Garzeit der zugegebenen
Dinge
sein. Sie sollten zusammen mit dem Reis gar und nicht zerkocht sein. So
kommen Möhren beispielsweise gleich zu Beginn dazu, Spitzen vom grünen
Spargel, aber erst, wenn der Reis schon fast gar ist. Da braucht man ein
bisschen Fingerspitzengefühl.
Das Risotto ist gut, wenn die Reiskörner nur noch einen ganz kleinen
festen Kern haben. Nun kommt frisch geriebener Parmesan und auch etwas
Butter dazu – alles gut unterarbeiten. Die Konsistenz sollte cremig
sein, fast ein wenig suppig. Eventuell muss man mit etwas Brühe korrigieren.
Auch ein bisschen Sahne darf man zugeben. Jetzt kann noch nachgewürzt
werden, je nach Zutaten individuell. Plant man ein Risotto mit frischen
Kräutern, z.B. Basilikum,
kommen diese ebenfalls erst jetzt dazu.
Das Gericht nun nicht mehr lange stehen lassen, sondern sofort servieren,
sonst wird es zu fest und der Reis zu pappig. Gegessen wird aus tiefen
Tellern mit dem Löffel oder eben als Beilage zu Fleisch.
An dieser Stelle könnte nun eine lange Aufzählung detaillierter
Risotto-Rezepte folgen, aber das erspare ich uns. Italienische Kochbücher
sind weit verbreitet, da kann man sich Anregungen holen. Ebenso hilfreich
ist vermutlich die eigene Phantasie. Das Grundprinzip ist schließlich
immer gleich, deshalb nur ganz wenige Tipps:
- Risotto mit grünem Spargel oder mit weißem Spargel oder
gemischtem Spargel
- Risotto mit frischen Pilzen (Steinpilze oder Champignons) oder mit
getrockneten, vorgeweichten Pilzen (Steinpilze oder Morcheln)
- Risotto mit fein gehacktem Rosmarin
und Orangeschale mit einigen Orangenfilets - das ist wirklich sehr empfehlenswert!
- Risotto mit Möhrenscheiben, gewürzt mit Limettensaft und
abgeriebener Limettenschale
- Risotto mit frischem Basilikum oder mit frischem Borretsch: Hier kann
man übrigens auch gut den mit Butter zusammen selbst eingefrorenen
Basilikum verwenden.
- Risotto mit Schinken und Gemüse nach Wahl
- Risotto alla Milanese, mit ausgebratenem Rindermark und Safran
- Risotto mit Zitronensaft und abgeriebener Zitronenschale
- Risotto mit frischen oder tiefgekühlten grünen Erbsen
- Risotto mit Radicchio und Chicoree, mit Rotwein (am besten Chianti)
angegossen
Wie gesagt, ein paar Tipps nur. Sie sollten erkennen lassen, dass gerade
Risotto kein Standardrezept kennt, sondern vielfältige Variationsmöglichkeiten
ermöglicht. Wiederum gilt: Einfach mal etwas ausprobieren...
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